IOC fällt am Sonntag wichtige Entscheidung / Bleibt Ringen olympisch ?

Matuhin-GEO-BK_1024.jpg

Leipzig – Am Sonntagabend fällt für die Ringer ein wichtiges Votum, wohl eines der Wichtigsten in der Geschichte der Olympischen Spiele der Neuzeit überhaupt, denn in Buenos Aires entscheiden die Mitglieder des Internationalen Olympischen Kommitees (IOC) darüber, ob Ringen eine der 25 Kernsportarten des olympischen Programms bleibt.

Im Februar hatte die IOC-Exekutive empfohlen, Ringen aus dem olympischen Programm zu streichen, was für eine weltweite Protestwelle sorgte. Politiker, Partner aus der Wirtschaft, aber auch zahlreiche Athleten aus anderen Sportarten solidarisierten sich mit den Ringern und unterstützten den Kampf der Mattenfüchse, die sich selbst binnen kurzer Zeit zahlreichen Reformen unterwarfen. Der einstige Präsident des Weltverbandes FILA, Raphael Martinetti (Schweiz) musste gehen, der Serbe Nenad Lalovic übernahm dieses Amt und erwies sich als Reformer, der mit vielerlei Neuerungen im Regelwerk und in der Struktur des Weltverbandes schon Ende Mai die IOC-Exekutive bei einer erneuten Präsentation der Ringer in St. Petersburg (RUS) zu überzeugen wusste, die den Ringkampfsport daraufhin neben Squash und Baseball/Softball auf die Short-List für die IOC-Vollversammlung setzte. Im Kampf Ringen als olympische Disziplin zu erhalten, übersprangen gar politische Feinde schier unüberwindliche Klippen, selbst die USA, der Iran und Russland bündelten die Kräfte, zählen in allen drei Nationen die Ringer zu den angesehensten- und auch erfolgreichsten Sportlern. 20.000 Iraner feierten beim Weltcup in Teheran die US-Mannschaft, ein Freundschaftskampf zwischen den US-Ringern und Iran fand in New York ebenso riesigen, medialen Anklang.

Matuhin-GEO-BK_1024.jpg
Bild: Ringer unter Druck; am Sonntagabend, gegen 18 Uhr (MEZ) entscheidet die IOC-Vollversammlung in Buenos Aires über den Verbleib der wohl ältesten Kampfsportart der Welt im olympischen Programm. Der deutsche Schwergewichtler Nick Matuhin (120 kg/Luckenwalde – rotes Trikot) war einer von drei Olympiastartern des Deutschen Ringer- Bundes in London 2012. Bei den Europameisterschaften 2013 in Tiblissi (GEO/Foto) erreichte der Hüne aus Luckenwalde bei den Freistilringern den 5. Rang. Foto: J. Richter

Auch durch Deutschland schwappte eine Welle der Sympathie für die Ringer, gepaart mit dem Unverständnis, dass eine der ältesten Sportarten der Welt aus dem Olymp geworfen werden sollte. Ringen um Olympia wurde gar zum Tagesordnungspunkt im Bundestag, hochrangige, deutsche Politiker sprachen sich für den Verbleib des Ringkampfsportes im olympischen Programm aus.. Viele Aktionen begleiteten die Proteste der Ringer, die damit etwas aus der Nische der Randsportarten heraustraten und nun ausgerechnet mit ihrer Existenzfrage im Rampenlicht der Medien stehen. Der Status einer olympischen Sportart ist mit Fördermitteln und Zuschüssen verbunden, so geht es vor allem um Trainerstellen, Leistungszentren und Kaderstatus der Athleten. All das würde mit der Streichung aus dem olympischen Programm entfallen und Ringen würde nur noch ein Schattendasein fristen. Nun lasten die Hoffnungen der Ringer auf den Schultern der IOC-Mitglieder, die mit ihrem Votum für den Ringkampfsport erstmals eine Sportart, die auf der Streichliste stand, umgehend wieder in die olympische Familie zurückholen würden. Neben der Entscheidung, ob Ringen im olympischen Programm verbleibt, wählt die Vollversammlung des IOC auch einen neuen Präsidenten, wobei DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach zu den aussichtsreichsten Kandidaten zählt. Auch wird über die Vergabe der Olympischen Spiele 2020 entschieden. Istanbul (TUR), Tokyo (JPN) und Madrid (ESP) stehen dabei zur Auswahl.

Nur eine Woche nach den Entscheidungen von Buenos Aires, beginnen am 16. September die Weltmeisterschaften der Männer und Frauen in Budapest (HUN). Im Falle, dass Ringen olympisch bleibt, dürfte es in der Laszlo Popp Arena dann wohl eine einwöchige Party mit großem Ringkampfsport vor riesiger- und begeisterter Kulisse geben.

IOC fällt am Sonntag wichtige Entscheidung / Bleibt Ringen olympisch ?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Nach oben scrollen