Ärgerliche Niederlage gegen RSK Gelenau

KSC

In einem extrem spannenden Duell zweier Teams auf Augenhöhe musste sich der KSC Motor Jena äußerst fragwürdig mit 13:15 dem RSK Gelenau geschlagen geben. Schon vor dem Kampf war klar, dass es ein hart umkämpfter Abend werden wird und das Trainerteam Gwosdz/Wolf orakelte ein 16:12 für den KSC. Allerdings durfte bei dieser Rechnung nichts schief gehen. Dass letztlich fast nichts so lief wie erwartet, war Verdienst des unglaublich schlecht pfeifenden Schiedsrichters.

Für einen erfolgreichen Auftakt sorgte erwartungsgemäß Hassan Ismail (57 kg). Gegen Cedric Hofmann hatte unser Youngster keine Mühe und kam mit Beinangriffen und Spindeln nach 1:44 min zum Sieg durch technische Überlegenheit. Für einen Auftakt nach Maß war gesorgt.

KSC

Doch schon im zweiten Kampf mussten wir den ersten Rückschlag verkraften.  Karsten Meinhardt (130 kg) verlor gegen Lukas Kästel mit 3:6 und gab damit zwei nicht eingeplante Punkte ab. Zu Kampfbeginn konnte Karsten seinen Gegner zwar aufziehen, aber dennoch stellte ihn der Schiedsrichter passiv. Die angeordnete Bodenlage nutzte Kästel zu einer Rolle, die Karsten wiederum konterte und ebenfalls eine Rolle durchbrachte. 3:2 für Karsten zur Pause. Danach übernahm der Gelenauer die Initiative und kam nach angeordneter Bodenlage durch Rolle zu punkten und ging in Führung. Diese gab er nicht mehr her und Gelenau verkürzte auf 2:4.

Der Kampf zwischen Drin Abdullahu (61 kg) – der kurzfristig ins Team gerutscht war – und Daniel Franke war schlechtweg der Hammer. Auf dem Papier war Franke klarer Favorit und auf KSC-Seite war auch eine 4-Punkte-Niederlage kalkuliert worden. Nach dieser sah es zu Beginn des Kampfes auch aus, da Daniel Franke nach schönem Ausheber und mehreren Rollen nach 1:45 min bereits 12:0 führte und Drin nur mit letzter Kraft die Schulterniederlage verhindern konnte. Kurz vor der Pause konnte Drin jedoch eine Mattenrandaktion für 2 Punkte nutzen und Franke begann konditionell einzubrechen. Von diesen Punkten angestachelt, ging Drin mit neuem Mut in die zweite Halbzeit und erfreute den KSC-Anhang mit einer wahnsinns Energieleistung. Obwohl Drin über den Arm von außen rang und somit über eine Fassart in den Kampf ging, wurde er vom Schiri nach 28 Sekunden der zweiten Hälfte passiv gestellt und Franke ging 13:2 in Führung. Dass er in der Bodenlage keinen Punkt abgab war sensationell und beflügelte Drin zusätzlich. Mit einem Durchschlüpfer setzte er den taumelnden Franke derart unter Druck, dass dieser eine „Selbstmordschleuder“ zog und sich der Gelenauer auf beiden Schultern wiederfand. Warum der Schiedsrichter nicht abklopfte bleibt wohl sein Geheimnis. Franke schob zwar seinen Kopf aus der Zone, aber seine Schultern und der Kopf von Drin befanden sich noch in der Kampffläche. Drin kämpfte danach beherzt weiter und war trotz der 9:13 Niederlage der Gewinner dieses Duells. Die Scharte von Karsten Meinhardt war also ausgewetzt.

KSC Dass der Kampf zwischen Aslan Mahmudov (98 kg) und Kamil Wojciechowski ein Schlüsselkampf sein wird, wurde von Jenas Verantwortlichen so prognostiziert, allerdings war der Kampfverlauf in dieser Art für niemanden vorhersehbar.

Aslan begann konzentriert und hatte auf jeden Angriff seines Gegners die richtige Antwort parat. Nach schönem Beinangriff und tollem Beinabbrecher führte er zur Pause 5:0. Allerdings hätte die Führung deutlich höher ausfallen müssen, da der Schiedsrichter mehrere Aktionen am Mattenrand nicht bewertete. Da sich die Bank des KSC ob dieser Entscheidungen nicht beruhigen wollte, bekam Lars Wolf folgerichtig die gelbe Karte. Da er diese noch unnötigerweise beklatschte, folgte die rote Karte auf dem Fuß. Kurz nach der Pause baute Aslan seinen Vorsprung auf 6:0 aus und eigentlich sollte hier nichts mehr anbrennen. Doch der Gelenauer Kämpfer schlug ein derart hohes Tempo an, dass Aslan die Beinangriffe zu Beginn der 4. Minute nicht mehr richtig abwehren konnte. Aus einem dieser Angriffe entwickelte sich eine unübersichtliche Situation, aus welcher sich der Berliner in KSC-Diensten nicht mehr befreien konnte und vollkommen unnötig auf Schultern verlor. Die Halle kochte und das Pendel schlug in eine Richtung aus, die dem KSC nicht gefallen konnte.

Im anschließenden Kampf zwischen Mario Koch (66 kg) und Stefan Saul ging es hart zur Sache. Der Gelenauer machte mehr mit Kopfstößen und Fingerfassen auf sich aufmerksam als mit ringerischer Finesse zu überzeugen. Allerdings gelang es „Kochi“ nicht wirklich, das Abwehrbollwerk zu knacken. Nach einer weiteren Fehlentscheidung des Schiris ging Saul mit 2:0 in Führung obwohl eine Einserwertung für den „Capitano“ hätte gegeben werden müssen. Mit unheimlichem Kraftaufwand stellte Mario seinen Widersacher fortwährend passiv und gewann knapp mit 3:2. Dass nur ein Punkt auf unser Konto wanderte war Verdienst des Schiedsrichters. Nach neuem Regelwerk ist das Fingerfassen zu unterbinden und nach einer Ermahnung stets mit Verwarnung und zwei Punkten zu bestrafen. Schon allein aus diesem Grund hätten mehrere Punkte auf Mario Kochs Konto landen müssen.  Halbzeitstand 8:5 für Gelenau.

Noch war nichts verloren, allerdings war eine Überraschung notwendig um den Kampf noch drehen zu wollen. Und für einen Auftakt nach Maß sorgte Petr Novak. Im Duell zweier Spitzenathleten klinkte unsere „Maschine“ einen blitzsauberen Armdrehschwung aus und schulterte den Deutschen Meister des Jahres 2016, Fabian Jänicke bereits nach 1:02 min. Hoffnung keimte auf und der Jubel beim KSC kannte keine Grenzen.

Im Limit bis 71 kg war dann unser Oldie Stefan Bittmann gegen das hoffnungsvolle Nachwuchstalent Erik Löser gefordert. Sich mit 48 Jahren einem topfiten, über 30 Jahre jüngeren Gegner zu stellen nötigt größten Respekt ab. Ein Sieg erschien unrealistisch und das Verhindern einer vorzeitigen Niederlage war das vorrangige Ziel. Gelenau`s Youngster führte nach 3:18 min bereits 12:0 und auf der Jenaer Bank war man skeptisch, ob Stefan das Ding über die Zeit bringen würde. Doch er tat es. Mit großem Willen und Einsatzstärke trotzte er seinem Gegner ein 0:13 ab und gab damit nur 3 Punkte ab. Zwischenstand 11:9 für Gelenau.

KSC

Für Norman Mahmudov (80 kg) ging es darum, im Duell gegen Oliver Kock bestenfalls 4 Punkte auf das Mannschaftskonto zu holen. Der Kampfbeginn war auch sehr vielversprechend. Nach einem tollen Kopfhüftschwung ging Norman 4:1 in Führung und war anfangs der bestimmende Mann des Kampfes. Trotzdem schaffte es sein Gegner immer wieder die Angriffe zu kontern und es ging mit 9:5 in die Pause. Für einen noch möglichen Sieg oder ein Unentschieden zu wenig. Da Norman im zweiten Durchgang nicht mehr zulegen konnte und sein Gegner zusehens mutiger wurde, blieb letztlich ein 13:7 Sieg und vor den letzten beiden Kämpfen stand es 11:11.

Da Eric Lüttich im letzten Kampf gegen den bärenstarken Tomas Sobecky kämpfen musste, war ein Unentschieden eigentlich nur noch möglich, wenn Tillmann Germar gegen Rico Richter vorzeitig gewinnen würde. Eine schwere, aber nicht unbedingt unlösbare Aufgabe.

Tillmann begann couragiert gegen den Routinier, konnte aber kein Feuerwerk abbrennen um seinen Gegner unter Druck zu setzen. So ging es mit einer knappen 1:0 Führung in die Pause. In den verbleibenden 3 Minuten legte „Tilli“ zwar zu, konnte aber „nur“ 6:2 gewinnen. Dennoch eine gute Leistung.

Im letzten Kampf stemmte sich Eric Lüttich mit voller Härte und Kampfkraft gegen den Modellathleten Tomas Sobecky, hatte aber nicht den Hauch einer Chance. Allein die Tatsache, dass er sich in die Pause retten konnte, verdient unseren Respekt. Nach einem weiteren schönen Ausheber war dann aber nach 3:54 min Schluss und Gelenau stand als Sieger fest.

Nüchtern betrachtet eine unnötige Niederlage, die so auch nicht erwartet worden war. Einerseits war der schlechte Schiedsrichter andererseits auch die nicht optimale Mannschaftleistung Grund für den sieglosen Ausflug ins Erzgebirge.

Jetzt heißt es Mund abwischen, aufstehen und Krone richten. Gegen Lugau kann es nur besser werden …

Ärgerliche Niederlage gegen RSK Gelenau

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